Lasertag Kaltenkirchen - Lasertag bei Hamburg

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Zeitungsbericht Hamburger Abendblatt

Hier stellen wir euch den Link zu dem Zeitungsbericht vom Hamburger Abendblatt zur Verfügung.

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So spielt man heute Cowboy und Indianer 

 

KALTENKIRCHEN

So spielt man heute Cowboy und Indianer

In der Stadt Kaltenkirchen gibt es jetzt eine Arena, in der Erwachsene und auch Kinder der Trendsportart Lasertag nachgehen können. Im Laserwerk soll auch die erste Deutsche Meisterschaft ausgetragen werden.

Von Steffen Lüdke

Kaltenkirchen. Schwer atmend versteckt sich Barney Stinson in einer nebligen Lagerhalle in New York City hinter einem Stapel gelber Giftfässer. “Unterschätze nie einen Zwölfjährigen”, ruft er, springt aus der Deckung und schießt sich seinen Weg mit einem kleinen Phaser frei.

Lennart Haupt ist nicht zwölf, sondern acht Jahre alt – unterschätzen sollte ihn trotzdem keiner. Wie für fast jeden Lasertag-Enthusiasten ist der Charakter Barney Stinson aus der amerikanischen Fernsehserie “How I Met Your Mother” sein Vorbild. Barney ist Lasertag-Profi aus Leidenschaft und spielt standesgemäß im Maßanzug. Die TV-Serie hat den Sport in Deutschland bekannt gemacht, mittlerweile ist ein kleiner Trend entstanden.

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Die “Tagger” gelten als Spielzeuge

Lasertag: Das spielt man mit einem sogenannten Tagger und dazugehörigen Sensoren. Wer mit dem Infrarotstrahl des Taggers einen Sensor der Gegner trifft, bekommt einen Punkt. Angebracht sind die Sensoren an einem Stirnband und am Tagger selbst. Was aussieht wie eine muntere Kriegssimulation, ist in Wahrheit ein hoch komplexes Strategiespiel, das an Paintball erinnert. Der Unterschied: Es ist ungefährlicher; Projektile werden nicht verschossen. Die Infrarotstrahlen sind die gleichen wie in Fernbedienungen. Weh tun sie niemandem. Schutzbrillen braucht man deshalb nicht. Die Tagger sind auch keine Waffen, rechtlich werden sie als Spielzeuge gewertet.

Wenn Lennart Haupt mit seinem Tagger über das Spielfeld schleicht, wird New York City zu Kaltenkirchen, wird Maßanzug zu T-Shirt. Fürchten muss er den Vergleich mit dem Lasertag-Helden aus der Serie trotzdem nicht. “Kartoffel” schallt es quer durch die dunkle Halle des Laserwerks an der Kaltenkirchener Borsigstraße. Ein Codewort unter Kennern – so zeigen sie an, wo der Gegner sich gerade befindet. Plötzlich steht Lennart hinter seiner Gegnerin, die House-Musik hat seine leisen Schritte übertönt. Ein Blick. Ein Infrarotschuss. Ein Punkt.

Gespielt wird in einem Labyrinth aus Stellwänden, Blitze durchzucken den Nebel, ansonsten ist es dunkel. Es gibt diverse Spielmodi, das beliebteste unter Anfängern ist Team gegen Team. Beide Gruppen haben jeweils einen Startpunkt, wer die eigenen Teamkameraden trifft, bekommt Minuspunkte. Für Liebhaber gibt es noch unzählige weitere Spielvarianten. Von jeder gegen jeden bis hin zu realistischen Rollenspielen mit Medizinern, Soldaten, Scharfschützen und Helfern ist alles möglich. Auch die Reichweite der Tagger lässt sich einstellen.

“Es ist wirklich ein Sport – kein Kriegsspiel”, sagt Björn Petersen. Es komme auf Koordination, taktisches Geschick und auch die Kondition an. Die ganze Zeit sind die Spieler in Bewegung. Wer stehen bleibt, verliert. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht. Kinder unter 14 Jahren müssen aber eine Einverständniserklärung der Eltern mitbringen. Jugendliche unter 16 Jahren brauchen eine Aufsichtsperson.

Auch Björn Petersen ist Fan von “How I Met Your Mother”, hat dort zum ersten Mal Lasertag gesehen und die Idee gehabt, in Kaltenkirchen eine Arena aufzubauen. Im Oktober ist sein Traum in Erfüllung gegangen. Endlich steht das Laserwerk. In ganz Schleswig-Holstein gibt es nur zwei weitere Lasertag-Arenen. Gerade ist Petersen dabei, eine Bundesliga aufzubauen, die besten Teams des Landes sollen regelmäßig gegeneinander antreten. In zwei bis drei Monaten will er in Kaltenkirchen gar eine eigene Deutsche Lasertag-Meisterschaft ausrichten – es wäre die erste.

Unklar ist noch, ob die in der Halle oder im Freien stattfinden wird. Gespielt werden kann nämlich nicht nur in der Arena, sondern auch davor. Im Garten gibt es noch ein 200 Quadratmeter großes Spielfeld. “Bei großen Gruppen können wir auch ganz woanders hinfahren”, sagt Petersen. Zuletzt hat er mit 16 jungen Leuten im Rantzauer Forst gespielt. Unter Tannen und im Geäst versteckt es sich noch viel besser. “Das ist wie eine Schnitzeljagd, bei der sich das Schnitzel bewegt”, sagt Petersen. Der Förster habe auch nichts dagegen. “Wir machen nicht viel Lärm – und Dreck schon gar nicht.”

Völlig außer Atem erreichen Lennart Haupt und seine Mitstreiter unterdessen das Plateau, auf dem die Spieler sich nach Spielende versammeln. Skeptisch mustert Lennart den Bildschirm, der den Punktestand anzeigt: Minuspunkte auf seinem Konto – das kann nicht sein, ein Novum. Ein, zwei Minuten grübeln – dann hat Lennart den Grund für das blamable Ergebnis herausgefunden: “Du hast die falschen Teams in den Computer programmiert”, ruft er Petersen empört zu. Merke, signalisiert der, unterschätze nie einen Achtjährigen.